Zwei Finales, dieselbe Dramaturgie. Der Premier Padel Pretoria P1 endete am Sonntag mit Partien, die sich wie Zwillinge glichen: Beide Endspiele liefen über 6:2, 5:7 und 7:6 — beide wurden erst im Tiebreak des dritten Satzes entschieden. Die Sieger standen schon vor dem Aufschlag des letzten Balls am Rande der Niederlage.
Im Herrenfinale retteten Alejandro Galán und Federico Chingotto einen Matchball im entscheidenden Tiebreak und bezwangen Javier Leal und Francisco Guerrero mit 6:2, 5:7 und 7:6(9:7). Es war der sechste Premier-Padel-Titel des als Chingalan bekannten Duos in der laufenden Saison 2026 — und das Ende einer Durststrecke von fast drei Monaten ohne Trophäe. Leal und Guerrero, die siebten Gesetzten, hatten zuvor in der Halbfinalrunde das Unmögliche wahr gemacht: Sie beendeten die Siegesserie von Weltranglistenerster Agustín Tapia und Arturo Coello nach 27 aufeinanderfolgenden Finalteilnahmen. Im Endspiel zeigten die Außenseiter erneut außergewöhnliche Stärke, hielten sogar einen Matchball in Händen — doch die Routine und die Kaltblütigkeit von Galán und Chingotto setzten sich letztlich durch.
Brea und Triay: Erste Meisterinnen auf afrikanischem Boden
Das Damenfinale dauerte zwei Stunden und 53 Minuten und zählt zu den intensivsten Titelpartien der Saison. Gemma Triay und Delfina Brea bezwangen Claudia Fernández Sánchez und Martina Calvo mit 6:2, 5:7 und 7:6 und gewannen damit ihren fünften Titel im Jahr 2026. Mit diesem Sieg wurden Brea und Triay zugleich die ersten Frauen-Champions in der Geschichte des Premier Padel in Südafrika.
Fernández und Calvo, die erstmals in einem Premier-Padel-Finale standen, hielten das Niveau der amtierenden Meisterinnen über weite Strecken aufrecht. Sie gewannen den zweiten Satz und erzwangen einen dritten, in dem sie selbst mehrfach Chancen hatten, den Titel zu holen. Calvo vergab bei 6:4 im Tiebreak mit einem Volleyfehler die letzte Gelegenheit. Das junge Duo bestätigte damit dennoch seinen Status als ernsthafteste Herausfordererin der Führenden auf der Damentour.
Ein Turnier, das in Erinnerung bleibt
Pretoria 2026 schrieb in vielerlei Hinsicht Geschichte. Der 17-jährige Castaño schied die Nummer-sechs-Setzung in einem Drei-Satz-Thriller aus. Das Halbfinale Leal/Guerrero gegen Coello/Tapia war eine der größten Sensationen der letzten Jahre im Profi-Padel. Und beide Finals wurden mit demselben Resultat in einem Tiebreak entschieden. Südafrika hat seinen Platz im Premier-Padel-Kalender verdient — und voll ausgefüllt.
London startet heute
Keine Pause: Das Hauptfeld des London P1 — das erste P1 der Premier-Padel-Geschichte auf britischem Boden — eröffnet heute am Olympia in West-Kensington und läuft bis zum 9. August. Tapia und Coello sind als Nummer eins gesetzt und wollen nach dem Pretoria-Halbfinal-Aus sofort antworten. Galán und Chingotto bringen den Schwung des Sonntags-Titels als Nummer zwei ins Turnier. Erstmals treten auch drei britische Wildcard-Paare im Hauptfeld eines Premier-Padel-P1 an. Alle Partien werden auf TNT Sports und HBO Max übertragen.
Nach London folgen der Mediterranean P1 Ende August sowie der Madrid P1 vom 31. August bis 6. September — eine komprimierte Schlussphase, die über die endgültige Rangordnung der Saison 2026 entscheiden wird.
Padel Post Redaktion
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