Ein Platz für die Geschichte des Sports
Dieses Wochenende bekommt Padel eine Bühne, die in der Geschichte des Sports ihresgleichen sucht. Am Nordufer der Sydney Opera House wird ein maßgefertigter Court aufgebaut, auf dem am 15. und 16. August 2026 das Padel Invitational presented by UBS stattfindet. Organisiert von Padel Australia gemeinsam mit Premier Padel und der Internationalen Padel-Féderation (FIP), richten sich die Tickets an 50 australische Dollar am Samstag und 30 am Sonntag — mit Blick direkt auf den Hafen von Sydney.
Hinter der Wahl dieses Ortes steckt Kalkül: Das Turnier ist Teil des offiziellen Vorstoßes der FIP, Padel in das Programm der Olympischen Spiele 2032 in Brisbane zu bringen. Der Termin ist eng gesteckt — der Zeitraum für die Aufnahme zusätzlicher Sportarten in das Brisbane-Programm läuft in den kommenden Monaten ab. Ein mit internationalen Stars besetztes Spektakel an einem der bekanntesten Gebäude der Welt, übertragen über die Distributionspartner von Premier Padel, ist das Argument, das Olympia-Gremien überzeugen soll.
Das Staraufgebot: Legenden und aktive Tour-Profis
Im Herrenbereich stehen der argentinische Rückkehrer Juan Martín Díaz — früherer Weltranglistenerster und eine der prägenden Figuren des modernen Padels — sowie die aktiven Profis Martín Di Nenno, Maxi Sánchez und der junge Spanier Pablo García Rodríguez auf dem Programm. Díaz, der seine aktive Karriere bereits beendet hatte, tritt für dieses Ausstellungsevent noch einmal an.
Im Damenfeld ist Alejandra Salazar der zentrale Name. Die siebenmalige Weltmeisterin aus Madrid bestreitet 2026 ihre letzte Profi-Saison und ist in diesem Jahr auf einer Art Abschiedstournee. Sie wird von Marina Lobo, Mar Munera und der Britin Aimee Gibson begleitet, die unmittelbar nach dem Premier Padel P1 in London nach Sydney gereist ist. Als Celebrity-Gäste nehmen der zweifache US-Open-Tennissieger Pat Rafter und die frühere Profi-Tennisspielerin Casey Dellacqua am Ein-Punkt-Padel-Format teil.
Breitensport trifft Weltklasse
Das Programm ist zweischichtig aufgebaut: Neben den Profi-Schaustürmen wird das Finale des Community Padel Invitational ausgetragen, einem australischen Vereinswettbewerb, dessen Finalisten ebenfalls auf dem Hafenpromenade-Court antreten. Dazu gibt es offene Platzsessions für Freizeitspieler und Partner-Aktivierungen — ein Konzept, das Padel Australia als Blaupause für die Entwicklung des Sports auf Breitenbasis versteht.
Australien hat seit 2023 eine rasante Expansion seiner Padel-Infrastruktur erlebt. Tennis Australia unterstützt den Aufbau von Courts im ganzen Land, und die Teilnehmerzahlen an organisierten Vereinsformaten steigen deutlich. Die FIP gibt weltweit mehr als 25 Millionen aktive Padelspieler in über 90 Ländern an — diese Zahl ist das Herzstück des olympischen Bewerbungsdossiers. Das Wochenende in Sydney liefert dafür mediale Sichtbarkeit auf höchstem Niveau.
Blick nach vorn: Die Entscheidung rückt näher
Das IOC ist nach aktuellem Stand aufgefordert, spätestens Ende 2026 zu entscheiden, welche Zusatzsportarten in Brisbane vertreten sein werden. Für den Weltpadel-Verband läuft die Uhr. Mit dem Gastspiel an der Sydney Opera House schlägt die FIP das nächste Kapitel in einem Lobbying-Prozess auf, der parallel auf politischer, medialer und Wettbewerbs-Ebene geführt wird. Wie viel Gewicht ein einzelnes Showevent hat, wird sich zeigen — der Kulissenwert jedenfalls ist maximal.
