In drei Tagen schreibt Padel Geschichte in Taranto
Am Freitag, 22. August, beginnt beim Parco del Mediterraneo Salinella in Taranto (Apulien, Italien) das erste Padel-Turnier in der Geschichte der Mittelmeerspiele. 88 Athletinnen und Athleten aus 18 Nationen kämpfen in drei Disziplinen um Medaillen: Herrendoppel, Damendoppel und Mixed. Die ersten Goldmedaillen werden am 28. August vergeben — ein Datum, das in die institutionelle Geschichte des Padels eingehen wird.
Die Spielstätte in Taranto ist kein provisorischer Bau: Das Permanent-Stadion wurde eigens für die Mittelmeerspiele errichtet und soll nach den Wettkämpfen als Trainingszentrum für die Entwicklung des Sports in der Region Apulien weitergenutzt werden. Für eine Sportart, die seit Jahren um offizielle Anerkennung kämpft, ist das ein konkretes Signal.
Spanien als klarer Goldfavorit
Spanien reist mit acht Profis nach Taranto und gilt in allen drei Disziplinen als die Mannschaft zu schlagen. Im Damenbereich sind Lucía Sainz und Patty Llaguno — beide ehemalige Weltranglisten-Erste — die klaren Titelanwärterinnen. Das Herrenquartett mit David Galá (Weltrangliste 34), Pol Hernández, Guille Collado und José Diestro ist auf dem Papier das stärkste Aufgebot des gesamten Turniers. Spanien hat bei früheren Multi-Sport-Events im Padel regelmäßig dominiert, zuletzt bei den Europaspielen 2023 in Krakau.
Gastgeber Italien mit Nahziel Podium
Für das italienische Team ist Taranto mehr als ein Heimturnier: Es ist eine Visitenkarte. Carolina Orsi (Weltrangliste 31) und die erst 21-jährige Giulia Dal Pozzo (Weltrangliste 30) bilden das stärkste Damenduo der Azzurri. Dal Pozzo zählt aktuell zu den spannendsten Nachwuchsspielerinnen auf dem Damen-Circuit und dürfte vor eigenem Publikum besondere Motivation schöpfen. Im Herrenbereich führt Marco Cassetta die nationale Auswahl an. Beim Mixed Doubles, wo taktische Abstimmung eine besondere Rolle spielt, sieht sich das Heimteam besonders konkurrenzfähig.
Frankreich, Portugal, Türkei und weitere 14 Nationen vervollständigen das Feld. Besondere Beachtung verdienen Tunesiens Dora Chamli — laut FIP die erste afrikanische Spielerin, die auf dem Premier Padel Circuit einen Match gewonnen hat — sowie der 14-jährige Noah Minioni aus Monaco, der jüngste Teilnehmer des gesamten Turniers. Portugal nominierte die Brüder Miguel und Nuno Deus, die 2025 beim FIP Euro Padel Cup Silber geholt haben.
Ein Meilenstein in einem historischen Jahr
Taranto ist der Auftakt einer dichten Herbst-Agenda für Padel im Multi-Sport-Bereich. Nach den Mittelmeerspielen folgen die Südamerikaspiele in Santa Fe, Argentinien (12.–26. September), die Asienspiele in Nagoya (19. September – 4. Oktober) und die Asian Indoor and Martial Arts Games in Riad (13.–21. Dezember) — allesamt mit Padel als Medaillensportart. Ab 2027 ist Padel offiziell bei den Europaspielen in Istanbul vertreten, was den Weg Richtung Olympia 2032 in Brisbane konkreter erscheinen lässt als je zuvor.
Sämtliche Matches aus Taranto werden live und kostenlos auf dem YouTube-Kanal der FIP übertragen. Die Finals sind für den Abend des 28. August angesetzt. Spanien will das erste Mittelmeerspiele-Gold im Padel auf direktem Weg nach Hause holen — ob Italien dabei ein Wort mitreden kann, ist die sportliche Kernfrage der Woche.
