Wenn am Dienstag im CASTELLO Düsseldorf das Hauptfeld des CUPRA Germany Premier Padel P2 startet, trifft die Weltspitze auf einen Markt, der sich so schnell entwickelt wie kaum ein anderer in Europa. Deutschland zählt inzwischen rund 2.300 Padel-Courts an etwa 660 Standorten – mehr als doppelt so viele wie vor einem Jahr. Das zeigen die Daten von Padelfinder.de.
Von 937 auf über 2.300 Courts
Ende August 2025 verzeichnete Padelfinder noch 937 Courts an 303 Standorten. Zum 31. August 2026 waren es bereits 2.013 Courts an 582 Anlagen – ein Plus von 115 Prozent binnen zwölf Monaten. Ende September knackte die Datenbank dann die Marke von 2.300 Courts an 658 Standorten. Mitgründer Oliver Gelbrich betont, dass bewusst keine angekündigten Projekte gezählt werden: Aufgenommen wird nur, was sich über öffentliche Quellen wie Betreiber-Websites oder Buchungssysteme belegen lässt.
Rund 61 Prozent der Plätze sind überdacht – ein entscheidender Faktor in einem Land, in dem die Freiluftsaison kurz ist. Nordrhein-Westfalen liegt mit 684 Courts klar vorn, gefolgt von Bayern (354), Baden-Württemberg (314), Niedersachsen (227) und Hessen (151). Die höchste Dichte hat Hamburg mit 4,46 Courts pro 100.000 Einwohner. In den vergangenen 90 Tagen kamen die meisten neuen Plätze in Berlin (23) und Stuttgart (16) hinzu.
Düsseldorf selbst belegt laut Padel Magazine mit 43 Courts an sieben Standorten Rang vier unter den deutschen Städten.
Der Abstand zum Padel-Mutterland bleibt dennoch gewaltig: In Deutschland kommen rund 41.400 Einwohner auf einen Court, in Spanien sind es etwa 2.900. Die Platzdichte ist dort also rund 14,5-mal so hoch.
Finalwochenende erneut ausverkauft
Das Turnier spiegelt die Dynamik wider. Nach der erfolgreichen Premiere 2025 mit ausverkauften Finals kehrt die Tour vom 4. bis 11. Oktober ins CASTELLO zurück, das rund 3.300 Zuschauer fasst. Das Preisgeld beträgt 264.534 Euro, das Finalwochenende ist bereits ausverkauft. Tickets für Qualifikation und die ersten Hauptfeldtage gab es zuletzt noch ab 9,50 beziehungsweise 14,50 Euro.
Als Topgesetzte reisen Arturo Coello und Agustín Tapia an, die zuletzt in Paris und Rotterdam triumphierten. Alejandro Galán und Federico Chingotto verteidigen ihren Titel aus dem Vorjahr, bei den Damen gehen Gemma Triay und Delfina Brea als Nummer eins und Titelverteidigerinnen ins Rennen. Von Dienstag bis Donnerstag laufen die Matches auf YouTube, ab Freitag überträgt Red Bull TV.
Für die deutschen Farben sorgen die Wildcards: Katharina Hering und Lena Plümer stehen im Hauptfeld der Damen, bei den Herren erhielten Johannes Lindmeyer und Matthias Wunner sowie Agustin Reca und Víctor Checa eine Einladung. Reca wird aktuell auf Rang 174 der Welt geführt. In der Qualifikation traten zudem Nick Merten/Christian Böhnke und Jonas Trümpler/Benjamin Fitzon an.
Die nächsten Schritte
Auch abseits von Düsseldorf machen deutsche Spielerinnen auf sich aufmerksam. Victoria Kurz, 26, steht nach zwei FIP-Turniersiegen in Folge – in Pingyuan (China) und Banten (Indonesien) an der Seite der Niederländerin Marcella Koek – auf Platz 61 der FIP-Rangliste.
Der größte Meilenstein liegt allerdings noch vor dem Land: Im Juli vergab die FIP die FIP Euro Padel Cup 2029 nach Deutschland – die erste Padel-EM auf deutschem Boden, ausgerichtet vom Deutschen Padel Verband (DPV). DPV-Geschäftsführerin Stefanie Steible wertete den Zuschlag als Anerkennung für das beeindruckende Wachstum des Sports hierzulande. Der Austragungsort steht noch nicht fest; zuvor sind 2027 die Niederlande Gastgeber.
