Eine Million: Der Meilenstein ist offiziell
Am 15. Mai 2026 vermeldete die LTA, der britische Tennis- und Padelverband, eine Zahl, die den Wachstumskurs des Sports in Großbritannien auf den Punkt bringt: Das Land hat die Grenze von einer Million aktiver Padel-Spielerinnen und -Spieler überschritten. Es stehen inzwischen 1.825 Plätze an 551 Standorten zur Verfügung — zwölf Monate zuvor waren es noch 870 Plätze an 293 Standorten.
Die Wachstumskurve sucht in Europa ihresgleichen. 2019 zählte die Insel gerade einmal 15.000 Padel-Spieler. 2023 waren es 129.000, 2024 rund 400.000 — und heute deutlich über eine Million. Tom Murray, Head of Padel bei der LTA, kommentierte die Zahlen bei der Veröffentlichung im Mai so: „Eine Million Menschen, die in Großbritannien Padel spielen, markiert einen entscheidenden Moment in der Entwicklung des Sports."
Wer spielt — und wie regelmäßig
Rund zwei Drittel der britischen Padel-Spielenden spielen auch Tennis — ein Zeichen dafür, dass der Sport bestehende Racket-Sport-Fans abholt und gleichzeitig neue Zielgruppen erschließt. Rund 51.000 Erwachsene spielen inzwischen mindestens zweimal pro Monat, doppelt so viele wie noch ein Jahr zuvor. Die gesellschaftliche Bekanntheit ist sprunghaft gestiegen: 43 Prozent der britischen Erwachsenen kennen Padel heute — 2023 waren es nur 23 Prozent.
Die LTA meldet zudem 1.676 Trainer, die das hauseigene Padel-CPD-Einführungsprogramm abgeschlossen haben, sowie 427 zertifizierte Padel-Instructors. Die britische Regierung hat 3 Millionen Pfund für überdachte Padel-Anlagen im Förderzeitraum 2026/27 bereitgestellt — ein klares politisches Signal, dass es sich nicht um einen temporären Trend handelt.
London führt, die Regionen holen auf
London bleibt der größte Einzelmarkt des Landes nach Anzahl der Plätze und Spielenden, mit Clubs, die ihre Buchungsslots häufig Tage im Voraus ausverkauft sehen. Doch das Wachstum greift auf Manchester, Birmingham und Leeds über. Die durchschnittliche britische Padel-Anlage betreibt zwei bis vier Courts; Clubs mit acht oder mehr Plätzen in Stadtlagen werden zunehmend zur Norm — ein Zeichen, dass sich das Geschäftsmodell jenseits der Boutique-Phase befindet.
Der P1 als konsequente nächste Stufe
Vor diesem Hintergrund wirkt das Debüt des London P1 am Olympia in West Kensington (4.–9. August 2026) wie eine logische Konsequenz — kein Risiko, sondern eine Bestätigung. Als P1-Event, dem zweithöchsten Niveau unterhalb der Majors, bietet das Turnier 479.068 Euro Preisgeld und versammelt die vollständige Weltspitze beider Geschlechter. Weltranglistenerste Arturo Coello und Agustín Tapia führen das Männertableau an und kommen mit klarer Motivation: In Pretoria endete ihre Serie von 27 aufeinanderfolgenden Finalteilnahmen durch eine Niederlage gegen Alejandro Galán und Federico Chingotto, die als Pretoria-Champions und Race-for-#1-Führende nach London anreisen. Das Achtelfinale läuft seit Dienstag am Olympia; die Viertelfinals sind für Freitag, das Finale für Sonntag angesetzt.
Begleitet wird der P1 diese Woche von der London Padel Week (3.–9. August), einem stadtweiten Festival mit mehr als 50 Veranstaltungen in fünf Londoner Clubs — von Coaching-Sessions über Schlägertests bis zu Abendpartys. Das Konzept, Padel-Clubs als Lifestyle-Destination zu positionieren und Erlöse über reine Platzbuchungen hinaus zu generieren, dürfte auch für den deutschen Markt interessant sein: Clubs hierzulande stehen vor ähnlichen Herausforderungen, wenn es darum geht, nachhaltiges Wachstum zu sichern und neue Zielgruppen dauerhaft zu binden.
Padel Post Redaktion
The Padel Post editorial team covers professional padel worldwide — World Padel Tour, Premier Padel and beyond.